Die Temperaturen spielen verrückt

Nachdem wir von unseren Freunden losgefahren waren, sind wir weiter am Meer entlang gegondelt. In diesen Tagen waren die Wellen sehr hoch, deshalb konnte man sich kaum am Meer aufhalten. Der ganze Strand ist in dieser Gegend sehr steinig und obwohl ich es normalerweise liebe in die Wellen zu springen, habe ich es mir dort nicht erlaubt. Am ersten Abend, haben wir die Wellen aufgenommen. Wenn man genau lauscht, kann man hören wie die Steine unter den Wellen poltern. So saßen wir am Abend am Meer und haben den Wellen und den Steinen zugehört. Die Stimmung war sehr schön. Auch nachts im Bus haben wir den Wind gehört und am Morgen sind wir aufgewacht, weil der ganze Bus gewackelt hat und um uns herum die Bäume die sturmgeräusche verstärkt haben. Tagsüber war es wärmer und etwas weniger windig, sodass wir die Gegend erkunden oder am Strand trainieren konnten. Nach einigen Tagen haben wir Freunde von Matt aus der Schweiz getroffen. Mit ihnen war ein französisches Pärchen unterwegs und wir haben zusammen den Tag in der Sonne verbracht und am Abend gekocht. Am Morgen hat mich die Freude am Wind dann doch gepackt und ich musste in die stürmischen Wellen springen. Der Wind hat uns beinahe am Laufen gehindert, sich umziehen und abduschen wurde zur Herausforderung, denn nichts blieb an Ort und Stelle. Da es zudem wieder regnerisch wurde, haben wir beschlossen nach Almeria zu fahren, um dort etwas Zeit zu verbringen. Was nicht eingeplant war, war dass uns im Windchaos eine Flasche Öl ausgelaufen ist (die kleinen Ärgernisse des Reisens). Deshalb haben wir noch einmal einen Waschsalon besucht. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte, wurde es schnell wärmer.Da es aber immer noch sehr windig war, dachten wir, dass es klüger sei, ins Hinterland zu fahren. Also haben wir uns auf den Weg in die Sierra Nevada gemacht. Die Gegend war eindrucksvoll. Soweit das Auge reicht, ziehen sich die Hügel, übersät mit stacheligem Gestrüpp und kleinen Bäumen. Im Hintergrund kann man die schneebedeckten Gipfel der höheren Berge erkennen. Die Stimmung ist ganz anders als am Meer, nur noch kleine Dörfer, kaum Tourismus und viele Obstbäume prägen die Wege. Am Meer konnten wir ganze Flächen voll Tomatenewächshäusern entdecken. Hier oben schien die Welt viel friedlicher. Unser Schlafplatz war einsam und sternenklar. Da der Morgen sehr kalt war, haben wir uns direkt auf den Weg in die Sonne gemacht. Doch hier oben wurde es nicht richtig warm,  also haben wir nur einmal auf dem Weg gestoppt, um uns einen alten Steinbruch anzusehen, in dem wir tatsächlich Kristalle gefunden haben. Stundenlang konnten wir uns hier beschäftigen und mit dem Hammer die großen Felsen bearbeiten. Irgendwann trieb uns der Hunger zurück zum Bus.  Wir fuhren weiter durch die herbstliche Bergwelt und hielten nur, um Obst zu ernten, die kleinen Dörfer zu bewundern, oder mit Mattts Kamera die Welt einzufangen. Wir fuhren bis zu einem Stausee auf der halben Strecke nach Granada.  Hier haben wir die Wärme und Sonne genossen, um zu trainieren und am Stausee spazieren zu gehen. In der Abendsonne haben wir uns eine Dusche gegönnt und königlich gekocht. Das gehört übrigens auch zu unserem Reisestil - jeden Abend sitzen wir am Kocher und lassen es uns gut gehen, sicherlich braucht man länger als zu Hause, um die Speisen vorzubereiten, aber dafür nimmt man sich genau für diese Kleinigkeiten Zeit und genießt die Beschäftigung bei schönen Gesprächen oder spannenden Hörbüchern. Der morgige Tag führt uns nach Granada, wo wir die Alhambra besichtigen - meine Mutter erzählt mir später, dass ich hier vor etwa 30 Jahren das Laufen gelernt habe, aber daran konnte ich mich bei unserem Besuch nicht mehr erinnern. Die alten Paläste und das Leben der Alhambra sind eindrucksvoll. Auch die Stadt Granada selbst ist noch von alten Gebäuden geprägt . Wir genießen einen Spaziergang durch die Gegend und sind müde von all den Informationen in der Alhambra. So sitzen wir im herbstlichen Gelb und genießen die warmen 20 Grad. Doch am Abend, das wissen wir, wird es wieder bis auf 0 Grad heruntersinken. Die Gegensätze sind auffallend. Da es am Meer insgesamt wärmer ist,  fahren wir bis Nerja. Hier haben wir einen wunderschönen Platz entdeckt,  an welchem wir nun den Sonnenuntergang genossen haben und einige Gedanken an euch senden. 


edit: Pauline hat diesen Text mit der Audio zu Text funktion aufgenommen. Wir bitten die leicht holprigen Stellen zu entschuldigen :) Is nicht Paus Welt :) 

Mitten in der Nacht angekommen am Strand, die Wellen in ihrer ewigen Bewegung und wir sitzen da und hören den Steinen beim rollen zu. Vorallem gegen Ende hörbar ;)

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