Mitsubishis everywhere

Nun sind wir schon eine Weile in Portugal und haben besonders die kleinen Buchten mit ihren wunderbaren Sandstränden zwischen den gewaltigen Klippen der Gegend genossen. Hier scheint die Sonne warm hin und bietet eine ideale Gelegenheit zum Training, Schachspielen und Sein. Schachspielen, das ist zu unserer neuen Wettstreitform geworden. Leider sind meine Gewinnchancen noch nicht allzu hoch, weshalb ich mehrmals in das wunderschöne, aber inzwischen auch kalte Meer springen musste. Aber auch ich werde besser, wir springen also bald beide hinein :)


Die Algarve ist deutlich unbebauter als die Küstenregionen in Spanien. Es gibt viel mehr Wind und kleine Buchten zwischen den Felsformationen. Die Häuser sind deutlich ärmer und stehen meist auf großen Flächen Land, welches die Menschen bewirtschaften. Landwirtschaft ist hier wieder mehr zu finden, nicht nur die großen Plantagen, die das Bild in Spanien prägen. Die Menschen, die uns vom Leben hier berichtet haben, sagen, dass es schwer ist Jobs zu finden und die Löhne reichen wohl kaum für die Mieten. Damit wird der Anbau eigener Nahrungsmittel umso wichtiger. Nun, wo wir etwas weiter gefahren sind, scheint es uns aber, dass besonders die Algarve eine noch ärmere Ragion ist, als beispielsweise die Gegend um Lissabon herum. 


Da das Wetter in der letzten Zeit oft sehr stürmisch und regnerisch war, sind wir viel wandern gegangen oder haben sogar einen Stadttag im Ozeaneum in Lissabon eingelegt und am Abend die Boulderhalle dort besucht. Die Portugiesen dort bouldern wirklich stark, wie müssen wieder mehr üben :) 

Unsere Wanderungen haben zumeist an den Klippen entlang geführt. Hier gibt es den Fishermanstrail, der sich über 120km an den Küsten entlangstreckt. Faszinierend sind zudem die Störche, die hier einmalig auf den Klippen nisten. Allgemein hat das Land überall Storchennester, auf allen Masten und Türmchen, aber an den Klippen gibt es sie nur hier. Die Gegend ist wunderschön und sobald der Wind nachlässt, ist es sogar im Januar richtig warm (bis hin zum Sonnenstich :)). Bei Ebbe konnten wir an den Felsen Tiere suchen und Mäd Steine zerschlagen, um Kristalle freizusetzen. Neben vielem kleinen Meeresgetier, haben wir sogar eine Schlange gefunden. Und diese blieb nicht der einzige Sucherfolg in der letzten Zeit. In dem Waldstück, in welchem wir übernachtet haben, hätte ich nachts beinahe einen Feuersalamander zerquetscht. Für mich war es ein wirklicher Schreck im ersten Moment, aber schnell wurde er zur Freude, als ich Mäd holen konnte. Leider hatte sich das Kerlchen bis dahin entfernt und wir mussten somit das halbe Gebüsch wieder auseinandernehmen. Aber das war erst der Anfang. Plötzlich tauchten sie im Licht der Taschenlampen überall auf und Mäds Nachtmission war damit klar :), die Bilder beweisen es. 


Gerade sind wir in Nazare, wo wir die bekannten, unheimlich hohen Wellen besichtigen durften. Der Wind dort unten ist gewaltig, man schafft es kaum auf dem kleinen Weg, der zum Leuchtturm führt, zu stehen, ohne davongeblasen zu werden. Das kämpfen mit dem Wind und der salzigen Gischt macht großen Spaß und lässt besonders mich geradezu zum Kind werden, aber je nach Wind kann das auch schnell umschlagen und die Meerespolizei hat einen harten Job all die wellenbeäugenden Touristen wieder zu vertreiben, ihnen im Wind die kleinen Wege, die sie hinaufgeklettert sind, auch wieder hinabzuhelfen und dabei keine neuen Menschenmengen an den Turm zu lassen. Auch das war ein kleines Schauspiel :) Allerdings waren wir hier beinahe nur unter Portugiesen. Ganz anders als an der Algarve.


An der Algarve hatten wir beinahe den Eindruck in "Kleindeutschland" zu sein. Nicht nur, dass wir an jedem Ort mit anderen Bussen zusammenstanden (die meisten davon größer und bei Regen besser ausgerüstet als wir :)) , sondern auch, weil sich viele hier Land kaufen. Das Land ist sehr billig und vieles steht zum Verkauf ausgeschrieben. Zudem sind an der Algarve seit einigen Jahren Veranstaltungen wie die wöchentliche Pizzaparty oder der Hippiemarkt bekannt. An allen Parkplätze wurde uns davon berichtet. Also haben auch wir uns auf den Weg gemacht. Und wirklich, dort trifft man alle wieder, die man auf den Parkplätzen kennengelernt hat. Man erkennt sich an den Bussen, hat die kleinen Alltagsgeschichten miteinander geteilt und manche leben hier bereits einige Jahre. Die Veranstaltungen sind wunderschön gestaltet, die Pizzaparty ist im Nirgendwo in einer alten Gärtnerei und kaum zu finden, während der Hippiemarkt bereits von der Polizei bewacht wird und beide locken ein extrem buntes Publikum an. Und doch war es uns etwas zu "deutsch" und wir haben uns beinahe zu zivilisiert gefühlt im Vergleich zu vielen Anderen. Zwar leben wir wahrscheinlich auf engstem Raum und müssen durch das Kochem draußen mehr als alle Anderen mit der Natur und dem Wetter leben, doch ist es für uns nur auf Zeit, die Dusche findet regelmäßig Einsatz und wir bewegen uns viel. Allein das trennt uns vom festen Leben  im Bus auf längere Zeit.

Aber: so klein unser Bus sein mag, hier in Portugal ist er alles andere als alleine. Nirgendwo bisher sind wir einem anderen Mitsubishi L400 begegnet. Hier sind sie überall. Und nicht nur dieses Modell. Egal wohin wir fahren, Mitsubishis sind everywhere - in allen Varianten, Farben und Formen. Warum? Vielleicht weiß das ja jemand von euch :)