Wertvolle Begegnungen

Beginn unserer Reise habe ich einmal mit einer Freundin darüber gesprochen, dass es komisch sein könnte so viel Zeit alleine zu zweit zu verbringen und immer beieinandee zu sein. Irgendwie ist dieser Punkt nicht eingetreten. Zum einen gewöhnt man sich sehr aneinander und es ist inzwischen eine seltsame Vorstellung, dass dies nicht normal sei. Zum anderen sind wir selten alleine. Gerade in den letzten Wochen hatten wir eine Vielzahl berührender und schöner Begegnungen, die uns begleitet haben.

Allgemein haben wir die Rumänen bisher als ein sehr gastfreundliches und offenes Volk erlebt. Gerne kommen sie vorbei und es entstehen kurze und intensive, schöne Gespräche. Dann ist es aber auch wieder gut und jeder geht seines Weges.


Nachdem wir jedoch getrieben vom Regen wieder gen Meer aufgrbrochen sind, hatten wir nochmal viele besondere Begegnungen anhand von welchen ich euch etwas durch die letzten Tage führen möchte.


Bei unserer Weiterfahrt kamen wir als Erstes nochmal in die Berge. Ein Ort mit gigantischen Felsen und einem wunderbaren Spot für eine Highline. Allerdings wäre diese zu zweit nur in einigen Tagen aufzubauen gewesen und die nächsten Gewitter standen bereits wieder am Himmel. Dennoch sind wir einen Tag dort gewandert und umhergeklettert. Am Abend haben wir uns an der Passstraße einen Ort zum Schlafen gesucht, welcher nahe an einem Kloster war. Gegen Abend haben die Hirten ihre Kühe über die Wiesen getrieben und einer der Hirten machte es sich bei uns gemütlich und blieb noch lange sitzen, auch als die Herde bereits weitergezogen war. Es war lustig seinen Geschichten auf rumänisch zuzuhören, auch wenn es nicht immer leicht war zu verstehe und dadurch auch irgendwann anstrengend wurde. Trotzdem war es ein lustiger Geselle und wenn wir alles verstanden hätten, würden wir wohl einen perfekten und umfassenden Eindruck der rumänischen Heldengeschichten erhalten haben...


Am nächsten Tag ging es nochmal zu dem schönen Platz am Kloster bei Targu Neamț am Fluss. Es wurde ein intensiver Trainingstag. Und wie beim letzten Mal nahmen wir bei der Abfahrt eine ältere Frau aus der eunsamen Gegend mit in die nächste Kleinstadt. Während die letzte zum Arztbesuch musste und nur mit Händen und Füßen mit uns gestikulieren konnte, hatte diese Bienen am Kloster, die sie dort versorgt hatte. Sie konnte etwas französisch und es war ein spannender Austausch. Auch diese Mitarbeiterin war sehr religiös und bekreuzigte sich bei jedem Friedhof und jeder Kapelle oder Kirche an welcher wir vorbeifahren. Erst nach einer Weile hatten wir diese Regelmäßigkeit erfasst. Als wir sie zu ihrem Haus gebracht hatten, ging es weiter auf die lange Fahrt ans Meer.


Wir suchten unseren geliebten Traumstrand direkt hinter der bulgarischen Grenze auf. Wieder waren wir alleine und konnten nun lange Sonnentage genießen. Wir trainierten, schwammen, ließen uns von Mücken durchstechen und hatten eine schöne Zeit miteinander. Am dritten Tag war ein Freund aus Bukarest in der Gegend, um seinen Geburtstag zu feiern. Also fuhren wir zu ihm nach Vama Veche und lernten auch seine Freunde kennen. Es wurde ein lustiger und bierreicher Abend mit vielen Einblicken in das rumänische Leben heute und vor zwanzig Jahren. Am nächsten Tag führten sie uns nich herum, zeigten uns die bulgarische Küche und verbrachten dann nach lustigen Fotosessions noch Zeit an unserem Lieblingsstrand. Auch er ist passionierter Fotograf, allerdings fotografiert er noch mit Film, nicht digital. Es war eine entspannte Runde und fühlte sich beinahe wie ein Stück Heimat an.


Und dann ging es wieder los nach Bukarest. Wieder empfing uns Sandra mit offenen Armen und es war wirklich ein Heimkommen. Am nächsten Tag hatten wir dann ein Treffen mit den Akrobaten im Park organisiert, von denen wir nun fast alle kannten. Es war ein schönes Wiedersehen und wir haben ums den ganzen Tag bewegt, gemeinsam die Zeit genossen und auch neue Menschen kennengelernt. Es war eine sehr vertraute Atmosphäre und am Ende fiel der Abschied wirklich schwer. Dennoch war es Zeit zum Weiterziehen und endlich mal wieder Wäsche waschen :).

Diesmal hatten wir etwas weniger Glück. Der Waschsalon war überfüllt und wir konnten nicht mehr trocken. Tot müde fuhren wir dennoch weiter und machten etwas vor Sibiu, Hermannstadt einen Stopp für die Nacht.

Am nächsten Tag ging es dann zu einem wunderschönen Platz am Fluss, an welchem wir gerade noch sind und eine wunderschöne Begegnung gemacht haben. Aber von vorne :)


Kaum hatten wir den Platz erreicht, haben wir die Wäsche aufgehängt und es uns richtig gemütlich gemacht. Es hat gut getan auch zu zweit wieder Zeit zu haben und zur Ruhe zu kommen, zu kochen und einfach einen Film zu schauen. Am Morgen dann eine Stunde joggen und nach dem Frühstück Training. Und als wir gerade eine Pause gemacht haben, kam eine lustige alte Pilzsammlerin vorbei. Sie erzählte auf rumänisch, wollte, dass wir sie fotografieren und ihr die Bilder per Post senden (hoffentlich habem wir beim schnellen Redetempo ihre Adresse richtig notiert :)) und am Ende wollte sie schalkhaft lächelnd noch Tabakfilter haben. Kurz darauf kam ein Auto mit Wohnwagen. Wir wussten, dass sie auch gerne am schönen Platz am Fluss bei den Bäumen gestanden wären, doch machten sie etwas weiter halt. Später kam er, Wasile, dann zu uns und wir kamen ins Gespräch. Er und Maria kommen seit dreißig Jahren an diesen Platz und die Bäume hat er gepflanzt. Also kamen sie mit ihrem Tisch zu uns unter die Bäume in den Schatten und am nächsten Tag auch ihr Besuch. Aus einem Mix an Sprachen entstanden gute und lustige, auch nahe Gespräche und ein irgendwie inniges Verhältnis. Wir tranken am Abend gemeinsam einen Schnaps, kochten füreinander, es wurde gemeinsam geangelt und gelacht. Als wir gestern nochmal nach Sibiu mussten und noch unsicher waren, ob wir wiederkommen würden, hatte Wasile beim Abschied Tränen in den Augen. Wir waren sehr gerührt und glücklich, als wir wiederkamen. Tatsächlich hatten die Beiden ihr Wohnmobil festgefahren, als sie unter den Baum wechseln wollten und wir kamen passend, um zu helfen. Seit dem ist es noch näher und wir haben eine kleinr Nachbarschaftsroutine entwickelt. Sehr schön, was aus dem Nichts so entstanden ist. Welch Verständnis ohne dieselbe Sprache zu sprechen und den Schalk und die Freude der Beiden erleben zu dürfen. Sie haben uns ganz in ihre Welt eintauchen lassen und viel erzählt und geteilt.


Morgen geht es dann weiter und wir holem Sina ab, die eine Woche mit uns reisen wird. Wir freuen uns schon. Und dann geht es tatsächlich langsam gen Heimat. Zum 1. Juli sind wir zurück. Es fühlt sich richtig und gut an und wir freuen uns auch darauf ein Zuhause aufzubauen. Aber sind auch gespannt, was sich ergebem wird. Udn natürlich auch wehmütig. Das Leben mit der Natur und dem kommenden Tag, den Menschen, die unsere Wege kreuzen oder uns offen empfangen... Das alles wird auch fehlen...

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Kommentare: 1
  • #1

    Justus (Mittwoch, 12 Juni 2019 11:38)

    Danke euch beiden für die schönen Eindrücke, die mich einen Moment ganz eingefangen und von hier weggezaubert haben. Durch euren Artikel habe ich mich an die Herzlickeit der rumänischen Familie erinnert, bei der ich einmal gelebt habe. Auch der Eintopf kam mir irgendwie bekannt vor. Viele Grüße an euch und eine schöne, erfüllte Zeit bis ihr wieder in Freiburg seit, wünsche ich euch. Justus