Heimkehr

Heimkehr,
obwohl noch kaum Zeit vergangen ist, seit wir uns in Rumänien befunden haben, scheint nun alles plötzlich sehr lange her zu sein. Der Alltag hat uns doch schnell gepackt und dennoch sind wir innerlich noch nicht ganz wieder angekommen. Also möchte ich versuchen mit euch nochmals in die letzten Wochen unserer Reise abzutauchen, bevor ich unsere Rückkehr beschreibe.
Rumänien, wir haben Besuch.
Sina ist extra mit dem Zug nach Rumänien gereist, um uns dort zu besuchen, was uns richtig freut. Wir haben sie in Medias abgeholt, einer Stadt unweit von Sibiu, genannt Hermannstadt, entfernt. Es war unendlich heiß, als wir mit dem Auto die kleinen Straßen entlang fuhren. Und wie es kommen musste, erstmal Stau. Ein Laster mit einer kompletten Ladung an Getränken war umgekippt und überall Glassplitter. Nachdem wir uns jedoch durchgekämpft hatten, durften wir endlich Sina empfangen und ihr unser kleines Heim vorstellen, welches bei der stehenden Hitze leider einen nicht allzu komfortablen Eindruck machte, aber ein Glück gibt es keinen unkomplizierteren Menschen als Sina :). Gemeinsam beschlossen wir am nächsten Tag den zweithöchsten Berg Rumäniens zu erklimmen, Monte Negoiu. Die Wanderung war anstrengend und teils mussten wir noch Schneefelder kreuzen, wobei nicht alle das passende Schuhwerk hatten:), aber es wunderschön und die Einsamkeit dort oben überwältigend. So weit das Auge reicht nichts als Berglandschaft. Einen Bär konnten wir leider nicht erblicken, trotz aller aufmerksamen Versuche.
Sehr müde haben wir am Abend unser Nachtlager am Fluss errichtet und das kühle Wasser genossen. Nach einem entspannten Vormittag machten wir uns auf den Weg die Gegenden weiter zu erkunden. Unweit von Cluj Napoca bekamen wir eine Empfehlung für eine Waterline. Ein passender Schlafplatz war schnell rausgesucht. Oben, auf einem Hügel oberhalb des Sees. Doch die Fahrt führte uns im Halbdunkel über steile Wiesen und holprige Pfade. Nach einer für Mäd und Traktor herausfordernden Fahrt fanden wir eine wunderschöne Stelle zum Schlafen und das Zelt war schnell aufgebaut. Kaum wollten wir es uns gemütlich machen, hörten wir ein Glöckchen klingeln, welches immer näher kam. Schafe? Die waren sowieso überall. Doch dann realisierten wir, dass eine Herde Pferde auf uns zukam. Nach einem ersten Schreck, war es ein sehr schöner Moment. Mitten unter den Sternen, auf dem Hügel im Nirgendwo, umgeben von Pferden. Dennoch schliefen wir alle im Auto :) Und am Morgen hatte der pferdeliebende Mäd ein glückliches Erwachen, als sich eines der Tiere an seinem Fenster zu schaffen machte :) 
Auf das Erlebnis folgte ein Tag auf der Line  Wasser, viel Bewegung und eine weitere spannungsreiche Fahrt zurück in die Hügel zum Schlafen. Den nächsten Tag begannen wir mit Akrobatik und gemütlichen Stunden, bevor wir einen der touristischen Orte unserer bisherigen Reise besuchten. Einen Canyon in der Gegend Cluj Napoca. Schön, aber in der prallen Sonne zu heiß zum Klettern und viele Menschen. Leider holte uns ab nun der Regen etwas ein. Unseren kommenden Highlinetag durchbrach er nach einem ersten Walk von Mäd auf der Line. Mit zwei Rumänen und einem schnellen Bergwanderer der Bergrettung waren wir auf zwei Felsblöcke gewandert, hatten alles aufgebaut und uns gerade niedergelassen, als das Gewitter uns erreichte. Also alles abbauen und ins Tal wandern, wo es erstmal Pommes gab :). Leider erreichte mich hier auch die Nachricht, dass Freiburg dieses Jahr keine Stelle über die Liste besetzt. Die Ungewissheit der Zukunft und Rückkehr begann uns damit doch zu beschäftigen und einzuholen. 
Die nächsten Tage verbrachten wir in schönem Beisammensein und mit spannenden Off-Road-Fahrten. Dadurch kamen wir nochmal in ein wunderschönes, zauberhaftes Tal, wo wir super lustige und nette Leute der Bergrettung kennenlernten und die schönsten letzten Reisetage verbringen durften, die man sich vorstellen kann. Freunde, Feuer, beeindruckende Landschaft, rumänisches Essen, Schnaps und Bergwelt. Ja, wir werden zurückkommen! :) 
Und dann ging alles ganz schnell. Eine letzte Nacht in Ungarn auf ein Sportflughafen, Sina in Budapest verabschieden, in München ein Besuch bei meiner Cousine - ein sehr schöner Abend! - und ab an den Bodensee. Dort haben wir meine Mutter zu ihrem 60. Geburtstag überrascht. Ein wunderbares Fest und das Wiedersehen vieler bekannter, lieber Gesichter. Plötzlich zurück! 
Dann jedoch noch ein Abstecher in die Schweiz zu Mäds Eltern und dort der Verkauf unseres geliebten Traktors. Immerhin ist der in guten Händen einer Mitsubishi-Expertin und darf weiter Pässe erklimmen. 
Und ja, in det Schweiz haben wir mit Salvatore, einem guten Freund, zwei wunderschöne Tage in der Bergwelt verbracht. Intensiv, exposed, hoch, herausfordernd, überwältigend... Ich werde die Fotos sprechen lassen. Ein Highlineprojekt in der Grenzregion zu Italien. 
Und dann: Freiburg. Wir haben eine Zwischenmiete in meiner alten Wohnung. Und bereits ab Tag eins ging es los: Wohnungen besichtigen, Skype-Interviews, Probearbeiten und Telefonate. Freunde wiedersehen, Orte wie den Seepark aufsuchen, trainieren und erzählen. Alles beim. Alten und doch ist so viel passiert. Wir sind wieder Zuhause und doch noch ein klein wenig fremd, so zurück in vier Wänden, ohne Rollen, mit warmem Wasser und Backofen. Aber wir freuen uns hier zu sein. Wir haben Lust uns gemeinsam niederzulassen und anzukommen. Die Reise hat uns zusammengeschweißt. Wir würden alles genau so wiedermachen. Und unser Herz ist um viele Erfahrungen bereichert.

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